IYCK 2021 Frühlingslager

Zu Fuss tief in den Berg hinein dringen und entlang jener Schienen, auf denen einst Loren das abgebaute Kalkgestein herausbeförderten, und so ein weitverzweigtes unterirdisches Labyrinth entdeckenDieses Abenteuer wurde uns am 28. April durch die Schweizerische Gesellschaft für Höhlenforschung ermöglicht: Wir kamen in den Genuss einer Führung durch die Kavernen und Stollen des stillgelegten Bergwerks und Steinbruchs Lochezen.

Der Ausflug begann mit einer 45-minütigen Fahrt von Wildhaus nach Walenstadt. Nach einem kleinen Fussmarsch am Ufer des Sees montierten wir unsere Ausrüstung – Helme aufsetzen, Lampe daran befestigen, warme Kleider überziehen. Denn bald würde es kalt werden, unter Tage, wo die Sonne nicht durchzudringen vermag. Nun war die Aufregung bei den Kindern deutlich zu spüren.  

Das Tor zum Innern des Bergs kam unvermittelt. Plötzlich tauchte im Wald ein Eisengitter im Felsen auf. Jetzt galt es ernst. Nach einigen Metern mussten wir uns auf das Licht unserer Lampen verlassen.   

Einer hinter dem anderen folgten wir den Schienen bis zu einer grossen, unterirdischen Halle. Ehrfürchtig wurden die dunklen Winkel ausgeleuchtet und die tropfenden Wände abgetastet. Ob hier wohl Gold abgebaut wurde? Das nicht, dafür aber Kalk und Marmor.  

Weiter ging es über loses Gestein, bergauf im Berg drin. Manchmal mithilfe eines Seils oder einer Stahlkette, dann wiederum stiegen wir ein paar Leitersprossen hoch oder überquerten eine Wasserstelle. Dass der Aufstieg bisweilen ziemlich steil war, fiel ohne die gewohnten Umgebungspunkte gar nicht so sehr auf.  

Verschiedene Gegenstände aus der Zeit des Bergbaus liessen die vor Jahren abgelegte Arbeit unter Tage vor dem geistigen Auge aufleben. In einigen dieser Stollen und Kavernen fanden wir auch Relikte des unterirdischen Militärspitals aus dem Zweiten Weltkrieg, was ebenfalls unsere Fantasie beflügelte. Beeindruckt von den unterschiedlichen Spuren der Vergangenheit, durstig und hungrig traten wir zur Mittagsrast hoch über dem Walensee ans Tageslicht. Was für eine grandiose Aussicht!  

Überirdisch erfolgte der Abstieg zum Steinschlagnetz-Testzentrum der Geobrugg AG, wo wir uns wieder dem See ab- und dem Berg zuwandten. Verblüffende Zahlen und Fakten zur Anlage fesselten die Kinder ebenso wie das riesige Loch im Felsen, das auf den Tagebau, also den klassischen Steinbruch, hinweist.  

Ein Teil der Gruppe verschwand danach ein letztes Mal unter Tage. Hinein in einen schier endlosen, schnurgeraden Stollen, entlang eines verrosteten Förderbandes. Dann erst kam der eigentliche Aufstieg in schwindelerregende Höhe über zahlreiche Treppenstufen. Doch die Mühe hatte sich gelohnt: Hier konnte der Steinbrecher bestaunt werden – eine gewaltige Maschine, die einst Gesteinsbrocken von mehreren Metern Durchmessern zu Kies zermalmte.

Von Seiten der Kinder sind viele neugierige Fragen gestellt worden. Dieses Erlebnis hat sie nachhaltig beeindruckt und wird ihnen noch lange in lebhafter Erinnerung bleiben. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle ausdrücklich bei Stephan und Peter bedanken.


Beitrag auf der OGH-Seite

Geobrugg AG: Die Versuchsanlage im Allgemeinen

Geobrugg AG: Der Weltrekord, 25 Tonnen aus 42 Meter Höhe (inklusive Vorarbeiten)

Künstlerische Momente aus dem Bergwerk, eingefangen von Nicole Wächter


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